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Erfolgreiche GVN-Veranstaltung - Assistenzsysteme mindern Unfallrisiko um 30 %
Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e.V. hat gemeinsam mit der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. (LVW) am 14. April 2012 auf der Erich-Reinecke-Teststrecke von WABCO einen Verkehrssicherheitstag für Transport- und Logistikunternehmen veranstaltet. Schwerpunkt war die Vorführung moderner Fahrerassistenzsysteme (FAS) für Nutzfahrzeuge. Sie unterstützen und entlasten den Fahrer in kritischen Verkehrssituationen, weisen frühzeitig auf Risiken und Gefahren hin und helfen sie zu entschärfen. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die verkehrssicherheitsrelevanten Wirkungen aktiv durch Mitfahrt live zu erleben. GVN und LVW wollten Unternehmer und Fahrer für eine Nutzung derartiger Systeme in ihren Fahrzeugen schon frühzeitig vor der gesetzlichen Verpflichtung ab 2014 sensibilisieren. Dies ist nach Auffassung aller Beobachter durch diese gemeinsame Veranstaltung hervorragend gelungen.
Vorträge und Demonstrationen von WABCO-Fachleuten zu Entwicklung und Wirkung der unterschiedlichsten Fahrerassistenzsysteme verdeutlichten, dass diese das Unfallrisiko deutlich mindern können. Die Fahrsequenzen mit Fahrzeugen der Hersteller Mercedes-Benz, MAN, lveco Magirus, DAF, Krone, Kögel und Schmitz Cargobull zeigten eindeutig die Unterschiede im Fahrverhalten von Lastkraftwagen und Anhängern jeweils ohne und mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (FAS) auf. Während der Vorführungen konnten die Teilnehmer bei Mitfahrten die Wirkungsweise direkt erleben. Abgerundet wurde das Programm durch Themeninseln und Vorführungen zu Reifendrucküberwachung, Rückraumüberwachung, Telematik bei Anhängerfahrzeugen, Ladungssicherung, Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern sowie durch den Fahrsimulator der SVG Niedersachsen/Sachsen-Anhalt..
Besonderes Interesse zeigten die Teilnehmer zudem an der Demonstration des Fahr- und Rangierverhaltens eines Lang-Lkws im genau definierten so genannten BO-Kraftkreis (entsprechend einem kleinen Kreisverkehr) im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrzeugen.
Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählte auch der Bericht von Dr.-Ing. Klaus Ruff von der BG-Verkehr über die neu vorliegenden Ergebnisse aus dem seit 2008 laufenden, von BG-Verkehr, Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. und Kravag gesponserten Feldversuch mit Fahrerassistenzsystemen. Wissenschaftlich belegt wurde dabei gegenüber einer Vergleichsflotte ohne FAS die Reduzierung des Unfallrisikos um 34 Prozent. Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Abstandsregeltempomat (ACC) und Spurassistent (LDW) zusammen angewendet, verbessern die Sicherheit von Nutzfahrzeugen somit sehr deutlich und damit die Sicherheit im Straßenverkehr insgesamt.
Natürlich entbinden FAS den Fahrer nicht von der Pflicht, stets aufmerksam und konzentriert hinter dem Steuer zu sein. Aber durch ihre Kontrollfunktionen unterstützen sie den Fahrer erheblich bei Routineaufgaben. Er kann dadurch vorausschauender agieren und sich dem Verkehrsgeschehen besser anpassen.
In den kommenden Jahren werden im Rahmen der EU-Richtlinie 661/2009 EC eine Reihe von FAS in neu zugelassenen Nutzfahrzeugen gesetzlich verpflichtend. „Viele Unternehmen sind von dem Nutzen der Fahrerassistenzsysteme bereits überzeugt und haben ihre Neufahrzeuge schon jetzt entsprechend mit den am Markt vorhandenen Systemen ausgerüstet“, sagte GVN-Präsident Adalbert Wandt bei der Veranstaltung und ergänzte „FAS bedeutet nicht Zeitgeist, FAS ist die Pflicht des verantwortungsbewussten Unternehmers, zur Unfallprävention beizutragen. Daher fordern wir als Verband auch den verpflichtenden Einbau von FAS in allen Staaten und nicht nur in der Europäischen Union.“
Eine wichtige Aufgabe der Unternehmer sieht Wandt darin, die Akzeptanz für diese Systeme bei den Fahrern weiter zu verbessern. Deswegen sei die Idee, Unternehmer beim Verkehrssicherheitstag in Jeversen die Auswirkungen der Systeme auf die Fahreigenschaften der Fahrzeuge live erleben zu lassen, auf diese gute Resonanz gestoßen.
16.04.2012